Baku: starke Kontraste zwischen Tradition und Moderne

Im Sommer 2015 werden in Baku die Europaspiele ausgetragen. Mit mehreren tausend Athleten aus fast 50 Ländern sicherlich ein Mega-Event. Doch ist dies nicht der einzige Grund, weshalb es sich lohnt, die aufstrebende Metropole etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Hauptstadt des vorderasiatischen Landes Aserbaidschan ist mit gut 2 Millionen Einwohnern gleichzeitig die größte landesweit. Sie liegt am Kaspischen Meer und zwar rund 28 Meter unter dem Meeresspiegel – dieser Umstand macht sie zu der am niedrigsten gelegenen Hauptstadt weltweit. Architektonisch lässt sich Baku in mehrere Teile unterteilen, dabei dürfte für kulturgeschichtlich interessierte Touristen in erster Linie die Altstadt interessant sein. Diese hat so einige orientalische Prunkbauten vorzuweisen, dabei gehen nicht wenige Bauwerke auf die persische Zeit zurück.

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Zu den besonders sehenswerten historischen Objekten zählt zum einen die Altburgstelle Dschebachan, die aus dem 14. Jahrhundert stammt und Teil der ehemaligen Festungsanlagen der Stadt war. Die Ausgrabungsarbeiten fanden im 20. Jahrhundert statt, nachdem die Burg zuvor auf einer Karte aus dem frühen 19. Jahrhundert wiederentdeckt wurde. Von noch mehr Bedeutung dürfte jedoch der Palast der Schirwanschahs sein – ein Komplex, zu dem diverse herrschaftliche Bauten gehören und ein touristisches Highlight, welches man sich entgehen lassen sollte. Dabei ist der aus der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammende Wohnpalast das älteste Bauwerk. Dieser besteht aus zwei Etagen mit je über 20 Räumen. Nur einige Zeit später wurde das Mausoleum errichtet, in welchem Mitglieder der ehemaligen Herrscherfamilie begraben liegen. Das Gebäude ist mit einer, mit Sternen geschmückten, Kuppel versehen, während das Portal sehr viele Ornamente aufweist. Zu dem Komplex gehört ebenfalls der sogenannte Jungfrauenturm, welcher vermutlich einst ein Teil der Stadtbefestigungsanlage war. Der aus Kalkstein bestehender Turm ist knapp 30 Meter hoch und hat einen Durchmesser von ca. 17 Metern, dabei beträgt die Wandstärke zwischen vier und fünf Metern. Ein weiteres bemerkenswertes Objekt des Komplexes stellt die Schah-Moschee dar mit ihrem 22 Meter langen Minarett. Schließlich soll noch das aus dem 16. Jahrhundert stammende Murad-Tor erwähnt werden, benannt nach einem gleichnamigen Sultan.

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In der Tat hält Baku zahlreiche Sehenswürdigkeiten parat. Erwähnenswert ist ferner der ehemalige Feuertempel Ateschgah, welcher heute als Museum fungiert. Sehenswert sind aber auch die Kirche Gregor des Erleuchters aus dem späten 19. Jahrhundert oder die etwa aus der gleichen Zeit stammende Erlöserkirche. Doch Baku ist auch eine durchaus moderne Stadt, was sich nicht zuletzt in Teilen der Architektur widerspiegelt. Man nehme zum Beispiel die Flame Towers – ein Hochhauskomplex, dessen Gebäude eine Höhe von 190 Metern erreichen. Recht modern geht es auch im Museum für moderne Kunst zu, welches hauptsächlich avantgardistische Werke beherbergt. Auch das Nachtleben kommt in dieser vorderasiatischen Großstadt nicht zu kurz, dafür sorgen zahlreiche Lokale rund um den Fountain Square.